Wirtschaftsregion

WIRTSCHAFTSLEXIKON

Der ein oder andere, der sich für die Wirtschaftsregion Bergstraße interessiert und die Entwicklungen innerhalb der Unternehmenslandschaft digital oder analog verfolgt, ist möglicherweise bereits auf den ein oder anderen Fachbegriff gestoßen, der erklärungsbedürftig gewesen sein mag.

Die Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH hat hierfür ein Wirtschaftslexikon erstellt, das die Bedeutung ausgewählter Fachbegriffe, die in der Sparte Wirtschaft und in den Artikeln über die Unternehmen in der Wirtschaftsregion Bergstraße eventuell verwendet werden, nennt und allgemein verständlich erklärt.

B

Ein Bebauungsplan ist ein verbindlicher Bauleitplan, der die bauliche und sonstige Nutzung der Grundstücke in einer Gemeinde nach Maßgabe des Baugesetzbuchs (BauGB) vorbereitet und leitet. Der Bebauungsplan schafft Baurecht.

Ein Bebauungsplan, bzw. ein verbindlicher Bauleitplan, erfolgt auf Beschluss einer Kommune (Stadt oder Gemeinde) per Satzung und legt die Nutzung eines festgesetzten räumlichen Geltungsbereichs fest. Das heißt, der Bebauungsplan gilt nur für eine Gruppe von Grundstücken oder einen Stadtteil. Die Nutzung des gesamten Gebietes einer Stadt oder Gemeinde regelt der Flächennutzungsplan. Das BauGB definiert letzteren als „vorbereitenden Bauleitplan“.

Bauleitpläne sollen den Zielen der Raumordnung angepasst werden und die städtebauliche Entwicklung und Ordnung regeln. Das Ziel ist es, soziale, wirtschaftliche und umweltschützende Anforderungen auch in Verantwortung gegenüber künftigen Generationen zu verknüpfen und eine dem Wohl der Allgemeinheit dienende sozialgerechte Bodennutzung unter Berücksichtigung der Wohnbedürfnisse der Bevölkerung zu gewährleisten. Das BauGB legt die Anforderungen von Bauleitplänen fest, die eine menschenwürdige Umwelt sichern, natürliche Lebensgrundlagen und das Klima schützen sowie die städtebauliche Gestalt, das Orts- und Landschaftsbild erhalten und entwickeln sollen.

Alle Aspekte, die bei der Aufstellung von Bauleitplänen zu berücksichtigen sind, listet das BauGB detailliert auf.

 

Quelle: Baugesetzbuch (BauGB)

Im Unterschied zu älteren Zugangstechniken zum Internet (zum Beispiel der Telefonmodem- oder ISDN-Einwahl), die als „Schmalbandtechniken“ bezeichnet werden, verwendet man den Begriff Breitband-Internet für schnelles Internet, bei dem Hochgeschwindigkeitstechnologien zum Einsatz kommen. Durch das rasante Tempo, mit dem die technologische Entwicklung der Digitalisierung voranschreitet, steigen auch die geforderte und notwendige Höhe der Übertragungsraten des Breitband-Internets.

Zum Einsatz kommen beim Breitband-Internet so genannte „NGA“-Technologien. NGA steht dabei für „Next Generation Access“, ein Schlagwort für die neuen Zugangstechnologien und -infrastrukturen, die höhere Anschlussgeschwindigkeiten ermöglichen als sie über das alte, kupferbasierte Telekommunikationsnetz realisierbar sind.

Bereits im Juni 2017 feierte die Wirtschaftsregion Bergstraße ihren flächendeckenden Breitbandausbau mit einer Versorgung mit 50 Megabit pro Sekunde. Nun unterstützt die Wirtschaftsförderung die Telekommunikationsanbieter und die Kommunen beim weiteren Ausbau bis hin zu einer Versorgung mit 1 Gigabit pro Sekunde.

Das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) ist ein „Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge“. Nach diesem Gesetz müssen Anlagen genehmigt werden, die laut BImSchG in besonderem Maße schädliche Umwelteinwirkungen hervorrufen oder in anderer Weise die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft gefährden, erheblich benachteiligen oder belästigen können.

Eine BImSchG-Genehmigung benötigen ebenfalls ortsfeste Abfallentsorgungsanlagen.  Weiterenicht gewerblich genutzte Anlagen brauchen eine Genehmigung nur, wenn sie laut §4 „in besonderem Maße geeignet sind, schädliche Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen oder Geräusche hervorzurufen.“ Nach dem BImSchG müssen Anlagen so errichtet und betrieben werden, dass ein insgesamt hohes Schutzniveau für die Umwelt gewährleistet ist. Betreiber von Anlagen, die einer BImSchG-Genehmigung bedürfen, müssen dem Stand der Technik entsprechende Maßnahmen ergreifen, um schädliche Umwelteinwirkungen (vorsorglich) auszuschließen. Abfälle sind zu vermeiden, verwerten oder zu beseitigen; Energie muss sparsam und effizient verwendet werden.

Bei Anlagen, die keiner BImSchG-Genehmigung bedürfen, müssen schädliche Umwelteinwirkungen ausgeschlossen oder auf ein Mindestmaß beschränkt und Abfälle ordnungsgemäß beseitigt werden können.

 

Quelle: Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge (Bundes-Immissionsschutzgesetz – BImSchG)

Eine Bürgschaft ist ein einseitig verpflichtender Vertrag, bei dem sich der Bürge dazu verpflichtet, die Verbindlichkeiten eines Dritten gegenüber dessen Gläubiger zu erfüllen.

Dieser Vertrag bedeutet also für den Gläubiger eine Absicherung, falls der Schuldner zahlungsunfähig wird.

Bei der Vergabe von Krediten besitzen Bürgschaften einen hohen Stellenwert. Beispiele: Zur Förderung und Kreditversorgung des Mittelstandes gibt es Bürgschaftsprogramme. Bei der Wirtschafts- und Finanzkrise hat der Bund Bürgschaften vergeben, um den Finanzmarkt zu unterstützen.

 

Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon, Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH.

C

Aus den Wörtern „crowd“ (Menge) und „funding“ (Finanzierung) zusammengesetzter Begriff für die Mittelbeschaffung für ein Projekt bzw. Vorhaben durch den Beitrag vieler Personen, meist Internetnutzer. Diese werden in der Regel über soziale Netzwerke das Projekt aufmerksam gemacht, für das meist innerhalb einer bestimmten Zeit eine angegebene Summe erzielt werden soll.   

Häufig werden für ein Crowdfunding-Vorhaben spezielle Plattformen entwickelt, auf welchen die Projekte skizziert und die Transaktionen abgewickelt werden. Nicht selten dient Crowdfunding der Finanzierung eher ungewöhnlicher und preisgünstiger Projekte, zum Beispiel von Start-Up-Unternehmen.

D

Der durch die elektronische, computergestützte Datenverarbeitung hervorgehobene Wandel der Gesellschaft, der Mitte bzw. Ende des 20. Jahrhunderts begann und bis heute andauert, wird im Allgemeinen als Digitalisierung oder Digitale Revolution bezeichnet. Dieser in hoher Geschwindigkeit voranschreitende Umbruch betrifft nahezu alle Lebensbereiche: die Wirtschafts-, Arbeitswelt, Öffentlichkeit und das Privatleben.

Die digital erhobenen Daten, die sich informationstechnisch verarbeiten lassen, sind in der Wirtschaft nicht nur im Dienstleistungssektor und der Industrie, sondern auch im Agrarbereich ein wichtiger Faktor. Insofern kommen mit der Digitalisierung sowohl auf die Unternehmen als auch auf die Beschäftigten neue Herausforderungen hinsichtlich der beruflichen Qualifikation und der Flexibilität zu.

Oft geht mit dem Schlagwort Digitalisierung der Begriff Industrie 4.0 einher. Unternehmen, bei denen Industrie 4.0 zum Einsatz kommt, nutzen ihre Produkte und Maschinen als Datenlieferanten. So werden cyber-physische Systeme Produkte und Produktionsmittel, die kommunikationsfähig sind, sich selbst steuern und flexibel vernetzt werden können, eingesetzt, um Wertschöpfungsprozesse zu verbessern. Dies ist in nicht wenigen Firmen Realität und stellt eine neue Stufe der Organisation und Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette dar.

Mit ihren Forschungsvorhaben, der „ETA-Fabrik“ und auch der „Effizienten Fabrik 4.0“, bringt die Technische Universität (TU) Darmstadt  Methoden im Bereich von Industrie 4.0 zum Einsatz, die sie über das Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0, einem Kooperationspartner der Wirtschaftsförderung Bergstraße, in kleine und mittlere Unternehmen trägt.

E

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung, kurz EFRE, ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, mit dem man in ganz Europa das einheitliche Ziel „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“ verfolgt, um den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt innerhalb der EU zu gewährleisten.

Mit diesem Fonds sollen Ungleichgewichten zwischen Regionen in den Bundesländern sowie vorhandene Stärken stabilisiert, Standortnachteile abgebaut und der wirtschaftliche Strukturwandel erleichtert werden. Insofern hat der Fonds für die regionale Strukturpolitik der Länder eine hohe Bedeutung.

Die EFRE-Gelder stellt die EU den Bundesländern für festgesetzte Förderperioden zur Verfügung. Die Zuteilung an Projekte innerhalb der Bundesländer erfolgt nach Förderschwerpunkten und -richtlinien. Basis der Förderung ist das „Operationelle Programm für die Förderung von Investitionen in Wachstum und Beschäftigung in Hessen (IWB-EFRE-Programm)“.

Anträge auf die Förderung durch EFRE-Mittel können generell Kommunen, Unternehmen und weitere Institutionen bei der WIBank stellen.

 

Quelle: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.

F

Das Baugesetzbuch (BauGB) definiert einen Flächennutzungsplan als „vorbereitenden Bauleitplan“, der die Nutzung des gesamten Gebietes einer Stadt oder Gemeinde regelt. Ein Bebauungsplan hingegen gilt nur für eine Gruppe von Grundstücken oder einen Stadtteil.

 

Der Flächennutzungsplan stellt insbesondere folgendes dar:

1. Bauflächen und Baugebiete sowie

2. die Ausstattung des Gemeindegebiets inklusive Schulen, Kirchen und sonstigen Einrichtungen

3. die Flächen für den überörtlichen Verkehr und für die örtlichen Hauptverkehrszüge

4. die Flächen für Versorgungsanlagen, für die Abfallentsorgung und Abwasserbeseitigung, für Ablagerungen sowie für Hauptversorgungs- und Hauptabwasserleitungen

5. Grünflächen, zum Beispiel Parkanlagen oder Spielplätze

6. Flächen für Nutzungsbeschränkungen oder für Vorkehrungen zum Schutz gegen schädliche Umwelteinwirkungen im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes

7. Wasserflächen, zum Beispiel Häfen

8. Flächen für zum Beispiel Aufschüttungen oder Abgrabungen

9. Flächen für die Landwirtschaft den Wald und weitere Flächen, bei denen keine bauliche Nutzung bzw. Abwasserentsorgung vorgesehen sind

10. Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft.

 

Darüber hinaus informiert ein Flächennutzungsplan über Besonderheiten von Flächen, zum Beispiel, wenn bei der Bebauung besondere bauliche Vorkehrungen getroffen werden müssen – und auch über denkmalgeschützte Anlagen oder Überschwemmungsgebiete.

Alle Aspekte zum Inhalt des Flächennutzungsplans, zu seiner Genehmigung, Anpassung und weitere Erklärungen, listet das BauGB detailliert auf.

 

Quelle: Baugesetzbuch (BauGB)

Ein Förderkredit ist ein zweckgebundenes zinsgünstiges Darlehen, welches Unternehmen, häufig aus dem Mittelstand, für langfristige Finanzierungen mit der Möglichkeit der sofortigen Tilgung ohne Zusatzkosten in Anspruch nehmen können.

Es gibt Förderkredite sowohl für Investitionen als auch für Betriebsmittel.

Förderkredite sind fremde Geldmittel, die ein Förderinstitut, zum Beispiel eine Bank, Sparkasse, die KfW Mittelstandsbank oder die WI Bank Hessen, an einen Endkreditnehmer weiterleitet. Die Gelder stellen- je nach Förderprogramm- EU, Bund und/oder die Bundesländer zur Verfügung. Das durchleitende Kreditinstitut agiert im eigenen Namen und auf eigene Rechnung und trägt das Kreditrisiko ganz oder teilweise selbst.

 

Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon, Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH.

Zur Erreichung von politischen und wirtschaftlichen Zielen vergibt etwa die Europäische Union oder einzelne Staaten öffentliche Fördermittel. Dabei handelt es sich um finanzielle Zuwendungen. Förderprogramme sind also Instrumente, um bestimmte Absichten durch positive finanzielle Anreize zu erzielen.

Weil die Vergabe von Fördergeldern zweckgebunden ist, muss der Empfänger die im Rahmen des Förderprogramms vorgegebenen Kriterien erfüllen. Die Geldzuweisung erfolgt beispielsweise in Form von Unterstützung von Projekten, die der Erfüllung der formulierten Zielsetzungen dienen. Die Fördermittel-Vergabe ist zeitlich und sachlich beschränkt und hilft dem Empfänger zur Deckung von Ausgaben für einzelne, abgegrenzte, genau bestimmte Vorhaben.

 

Quelle: IfS, Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik GmbH.

G

Ein Gewerbegebiet ist laut Baunutzungsverordnung (BauNVO) ein Baugebiet, das vorwiegend für die Ansiedlung von „nicht erheblich belästigenden Gewerbebetrieben“ genutzt werden soll.

 

Zulässig sind

1. Gewerbebetriebe aller Art, Lagerhäuser, Lagerplätze und öffentliche Betriebe,

2. Geschäfts-, Büro- und Verwaltungsgebäude,

3. Tankstellen,

4. Anlagen für sportliche Zwecke.

 

Ausnahmen gelten für: 

1. Wohnungen für Aufsichts- und Bereitschaftspersonen sowie für Betriebsinhaber und Betriebsleiter, die dem Gewerbebetrieb zugeordnet und ihm gegenüber in Grundfläche und Baumasse untergeordnet sind,

2. Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke,

3. Vergnügungsstätten.

 

Quelle: Baunutzungsverordnung (BauNVO)

Die Gewerbesteuer ist eine Objekt- bzw. Sachsteuer, welche Unternehmen an die Kommune (Stadt oder Gemeinde) entrichten, in der die Firma ihren Hauptsitz hat. Die Gewerbesteuer wird auf den Ertrag eines Gewerbes erhoben und somit gewinnabhängig. Freiberufler bezahlen keine Gewerbesteuer.

Als Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer wird eine Steuermesszahl verwendet, welche nach dem Gewerbesteuergesetz (GewStG) für Personen- und Kapitalgesellschaften 3,5 Prozent des ermittelten Gewerbeertrags beträgt. Durch die Anwendung der Steuermesszahl auf den Gewerbeertrag ergibt sich ein Steuermessbetrag (der Gewerbeertrag ist mit der Steuermesszahl zu multiplizieren).

Die Höhe der Gewerbesteuer wird berechnet, indem man den ermittelten Steuermessbetrag wiederum mit dem Hebesatz multipliziert, den die Kommunen für jedes Rechnungsjahr selbst festsetzen.

Die Gewerbesteuer gilt als die wichtigste Einnahmequelle von Kommunen.

 

Quelle: Gewerbesteuergesetz (GewStG), Gabler Wirtschaftslexikon, Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH.

Zur Sicherung des Lebensunterhalts und zur sozialen Sicherung in der Zeit nach der Existenzgründung fördert die Bundesagentur für Arbeit eine Gründung mit dem so genannten Gründungszuschuss. Dieser richtet sich an Bezieher von Arbeitslosengeld, die sich hauptberuflich selbständig machen möchten.

Um einen Gründungszuschuss zu erhalten, muss der Antragssteller der Agentur für Arbeit seine Kenntnisse und Fähigkeiten zur Ausübung der selbständigen Tätigkeit und die Tragfähigkeit der Existenzgründung nachweisen. Für letzteres benötigt der Antragssteller die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle (insbesondere die Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, berufsständische Kammern, Fachverbände und Kreditinstitute).

 

Quelle: Sozialgesetzbuch (SGB) Drittes Buch (III) - Arbeitsförderung - (Artikel 1 des Gesetzes vom 24. März 1997, BGBl. I S. 594) § 93 Gründungszuschuss.

aut der Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) sollen Grundzentren „Funktionen der überörtlichen Grundversorgung“ erfüllen: „Hierzu gehören in der Regel Schulen der Primarstufe, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Arztpraxen, Apotheken, Nahversorger im Einzelhandel und andere Einrichtungen des Dienstleistungsbereichs.“ Im Einzelfall können Grundzentren auch Standort von Einrichtungen gehobener Funktionen sein, zum Beispiel einer weiterführenden Schule oder eines medizinischen Versorgungszentrums. Darüber hinaus sollen sie eine gute Verkehrsinfrastruktur aufweisen.

Beispiele für Grundzentren im Kreis Bergstraße sind Einhausen, Hirschhorn und Wald-Michelbach.

Die MKRO hat in mehreren Beschlüssen bundeseinheitliche Ausstattungsmerkmale für die Zentralitätsstufen Grundzentrum, Mittelzentrum und Oberzentrum festgelegt. Die Raumordnungspläne der Bundesländer sollen sich an diesen Stufen orientieren und können diese jeweils differenzieren.

In der MKRO beraten sich Bund und Länder in grundsätzlichen Fragen der Raumordnung. Mitglieder der MKRO sind die bei Bund und Ländern für die Raumordnung zuständigen Ministerinnen und Minister bzw. Senatorinnen und Senatoren. Ständige Geschäftsstelle der MKRO ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

 

Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

H

Der Hebesatz ist ein Prozentsatz, der von jeder Kommune für jedes Rechnungsjahr einheitlich festgesetzt wird und bei der Erhebung der Grund- und der Gewerbesteuer zum Tragen kommt. Es ist grundsätzlich möglich, dass sich der Hebesatz für die Grundsteuer vom Hebesatz für die Gewerbesteuer unterscheidet.

Um die Höhe der Gewerbesteuer festzulegen, die ein Unternehmen an die Kommune entrichten muss, wird der Hebesatz auf einen zuvor ermittelten Steuermessbetrag angewandt.

Dieser Steuermessbetrag ergibt sich wiederum, indem man den Gewerbeertrag mit einer Steuermesszahl multipliziert. Diese Steuermesszahl ist ebenfalls ein Prozentsatz, der die Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer darstellt und nach dem Gewerbesteuergesetz (GewStG) für Personen- und Kapitalgesellschaften 3,5 Prozent des ermittelten Gewerbeertrags beträgt.

 

Quelle: Gewerbesteuergesetz (GewStG), Gabler Wirtschaftslexikon, Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH.

I

Ein Industriegebietist laut Baunutzungsverordnung (BauNVO) ein Baugebiet, das vorwiegend der Ansiedlung von Gewerbebetrieben dienen soll, die in anderen Baugebieten unzulässig sind. 

Laut der Baunutzungsverordnung (BauNVO) sind folgende Gewerbebetriebe zulässig:

1. Gewerbebetriebe aller Art, Lagerhäuser, Lagerplätze und öffentliche Betriebe,

2. Tankstellen.

Ausnahmen gelten für:

1. Wohnungen für Aufsichts- und Bereitschaftspersonen sowie für Betriebsinhaber und Betriebsleiter, die dem Gewerbebetrieb zugeordnet und ihm gegenüber in Grundfläche und Baumasse untergeordnet sind,

2. Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke.

 

Quelle: Baunutzungsverordnung (BauNVO)

M

Metropolregionen sind ausgewiesene Regionen um eine Großstadt mit internationaler Strahlkraft, einschließlich Kleinstädte und ländliche Gebiete. Sie sollen als Drehscheibe für Wissens- und Informationsaustausch und als Impulsträger für Wachstum und Innovation in Europa sowie einer globalisierten Welt fungieren.

Die Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) wies in Deutschland 1995 zunächst sechs Metropolregionen aus, 1997 kam eine weitere dazu und 2005 nochmals vier, so dass es bundesweit aktuell elf gibt:

Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg, Bremen-Oldenburg, Frankfurt/Rhein-Main, Hamburg, Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg, Mitteldeutschland (Halle / Leipzig-Sachsendreieck), München, Nürnberg, Rhein-Neckar, Rhein-Ruhr und Stuttgart.

Geprägt hat den Begriff „Metropolregion“ der Beschluss der Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) vom 8. März 1995: „Als Motoren der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung sollen sie die Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit Deutschlands und Europas erhalten und dazu beitragen den europäischen Integrationsprozess zu beschleunigen.“

In der MKRO beraten sich Bund und Länder in grundsätzlichen Fragen der Raumordnung. Mitglieder der MKRO sind die bei Bund und Ländern für die Raumordnung zuständigen Ministerinnen und Minister bzw. Senatorinnen und Senatoren. Ständige Geschäftsstelle der MKRO ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. 

Laut der Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) sollen Mittelzentren „gehobene Funktionen der regionalen Versorgung“ erfüllen: „Hierzu zählen Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Aus- und Weiterbildung, Einrichtungen im Sozialbereich sowie größere Anlagen im Bereich von Freizeit und Sport. Darüber hinaus sind Mittelzentren meist Standorte weiterer Dienstleistungseinrichtungen wie Behörden, von Sekundarschulen, Gerichten, hochwertigen Einrichtungen der Gesundheitsversorgung und großflächigen Einzelhandelseinrichtungen.“ Zusätzlich haben sie meist eine besondere Bedeutung als Arbeitsmarktschwerpunkte und für die regionale Verkehrsverknüpfung.

Nach der MKRO leben in einem Mittelzentrum mindestens 7000 Einwohner.

Beispiele für Mittelzentren im Kreis Bergstraße sind die Städte Bensheim, Heppenheim und Bürstadt.

Die MKRO hat in mehreren Beschlüssen bundeseinheitliche Ausstattungsmerkmale für die Zentralitätsstufen Grundzentrum, Mittelzentrum und Oberzentrum festgelegt. Die Raumordnungspläne der Bundesländer sollen sich an diesen Stufen orientieren und können diese jeweils differenzieren.

In der MKRO beraten sich Bund und Länder in grundsätzlichen Fragen der Raumordnung. Mitglieder der MKRO sind die bei Bund und Ländern für die Raumordnung zuständigen Ministerinnen und Minister bzw. Senatorinnen und Senatoren. Ständige Geschäftsstelle der MKRO ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

 

Quellen: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur; Lexikon der Geographie, Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH.

O

Laut der Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) sollen Oberzentren „hochwertige Funktionen der überregionalen Versorgung“ erfüllen: „Hierzu zählen z. B. Hochschulen, spezialisierte Einrichtungen der Gesundheitsversorgung, Theater/Opernhäuser und Sportstadien. Sie haben eine besondere Bedeutung als Arbeitsmarktschwerpunkte und für die überregionale Verkehrsverknüpfung.“ Nach Beschluss der (MKRO) sollen Oberzentren mindestens 100.000 Einwohner aufweisen.

Beispiele für Oberzentren sind die Städte Darmstadt, Mannheim und Ludwigshafen.

Die MKRO hat in mehreren Beschlüssen bundeseinheitliche Ausstattungsmerkmale für die Zentralitätsstufen Grundzentrum, Mittelzentrum und Oberzentrum festgelegt. Die Raumordnungspläne der Bundesländer sollen sich an diesen Stufen orientieren und können diese jeweils differenzieren.

In der MKRO beraten sich Bund und Länder in grundsätzlichen Fragen der Raumordnung. Mitglieder der MKRO sind die bei Bund und Ländern für die Raumordnung zuständigen Ministerinnen und Minister bzw. Senatorinnen und Senatoren. Ständige Geschäftsstelle der MKRO ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

 

Quellen: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur; Lexikon der Geographie, Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH.

P

Private Equity ist ein Modell der Eigen- oder Beteiligungsfinanzierung von Unternehmen, die nicht börsennotiert sind. Auf diese Weise können Firmen ihr Eigenkapital ohne Börsengang ausbauen. Der Investor erhält durch dieses Modell Anteile an dem Unternehmen mit dem Ziel, eine finanzielle Rendite zu erwirtschaften.

Das Eigenkapital stammt entweder von privaten Investoren, zum Beispiel von Business Angels, die Unternehmen finanziell und durch Beratung unterstützen oder von institutionellen Anlegern, wie so genannte Private Equity Gesellschaften, die sich auf diese Beteiligungsfinanzierung spezialisiert haben.

Die Investoren werden durch ihr Engagement zu wichtigen Anteilseignern und haben meist große Einflussmöglichkeiten. Da sie ihren Gewinn durch einen späteren Verkauf ihrer Anteile oder durch einen Börsengang erhalten, sind sie weniger am laufenden Unternehmensgewinn interessiert als vielmehr an einer Erhöhung seines Werts bzw. der Steigerung ihres Anteils.

Handelt es sich bei dem unterstützten Unternehmen um ein Start-Up, spricht man von Risiko- oder Wagniskapital. Denn Start-Ups bergen nicht selten hohe Risiken, aber besitzen gleichsam große Wachstumspotenziale. Die entsprechenden institutionellen Investoren nennt man in diesem Fall Wagnisfinanzierungsgesellschaften oder Venture-Capital-Gesellschaften.

R

Die Rechtsform regelt, welchen gesetzlichen Rahmenbedingungen (Recht und Steuern) ein Unternehmen nach dem Zivil- und Handelsrecht unterliegt.

Meist wird die Rechtsform bei der Gründung der Firma schriftlich festgelegt und vom Notar beglaubigt.

Die Rechtsform eines Unternehmens regelt die Eigentumsverhältnisse, die Verteilung des Risikos und wie innerhalb der Firma Entscheidungsfindungen ablaufen. 

Die häufigsten Rechtsformen von Unternehmen in Deutschland sind:

• Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

• UG (haftungsbeschränkt)

• Aktiengesellschaft (AG)

• Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR)

• Offene Handelsgesellschaft (OHG)

• Kommanditgesellschaft (KG)

• Kommanditgesellschaft auf Aktien (KgA)

Ein Regionalplan umfasst die Konzeption der räumlichen Ordnung und Entwicklung eines Teilraums innerhalb eines Bundeslandes, zum Beispiel Südhessen, und besteht aus Text und Karten.

Für die Südhessen gilt der Regionalplan Südhessen.

Ein Regionalplan wird von der jeweiligen Regionalversammlung beschlossen, von der Landesregierung genehmigt und vom jeweiligen Regierungspräsidium bekannt gemacht.

 

Quellen: Regierungspräsidium Darmstadt, Gabler Wirtschaftslexikon, Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH; Duden, Bibliographisches Institut GmbH.

Dieser Begriff aus der Betriebswirtschaft macht den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens messbar und gehört somit zu den bedeutendsten Eckdaten einer Firma. Mit der Rentabilität zeigt man – meist in Prozent – das Verhältnis einer festgesetzten Erfolgsziffer zu dem dafür aufgewandten Kapital in einer Rechnungsperiode auf.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten die Rentabilität eines Unternehmens oder Vorhabens zu errechnen. Rentabilitätskennziffern informieren darüber, ob die Firma oder das Projekt rentabel sind. Im Großen und Ganzen ist die Rentabilität dann gewährleistet, wenn die dafür eingesetzten finanziellen Mittel durch den erhaltenen Umsatz gedeckt werden können und zudem ein Gewinn erwirtschaftet wird.

Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH