Wirtschaftsregion

ROADSHOW UNTERNEHMENSNACHFOLGE IN WALD-MICHELBACH

Wirtschaftsförderung Bergstraße und Sparkasse Starkenburg veranstalteten dritten Stopp im Überwald / Austausch, Impulse und Praxisbeispiele rund um das Thema Unternehmensnachfolge / Raum zum Netzwerken und für Gespräche

Roadshow Unternehmensnachfolge in Wald-Michelbach
In den Räumen der Sparkasse Starkenburg in Wald-Michelbach gab unter anderem Marco Kreuzer, Leiter des Unternehmens- und Gründungsservices der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB), den Teilnehmenden viel Wissenswertes über das Thema Unternehmensnachfolge an die Hand. - © WFB

07.10.2025: „Die Sicherung der Nachfolge ist die größte unternehmerische Leistung“, so ein Zitat von Reinhard Mohn, Gründer der Bertelsmann Stiftung und deutscher Unternehmer. Tatsächlich birgt das Thema zahlreiche Fallstricke und erfordert eine langfristige Planung. Aus diesem Grund veranstaltete die Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB) gemeinsam mit der Sparkasse Starkenburg und der Zukunftsoffensive Überwald GmbH (ZKÜ) einen weiteren Stopp der Reihe Roadshow Unternehmensnachfolge. Auch diesmal gab es viel Wissenswertes zum Thema sowie Informationen zu Ansprechpartnern und erfolgreiche Praxisbeispiele. Zur dritten Veranstaltung ihrer Art, die am vergangenen Dienstag in der Filiale der Sparkasse Starkenburg in Wald-Michelbach stattfand, kamen rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Die Gäste begrüßte Bürgermeister Dr. Sascha Weber, Gemeinde Wald-Michelbach. Er gab seiner Freude über deren zahlreiches Erscheinen und dem damit verbundenen Interesse an der Materie. „Die Unternehmensnachfolge ist deutschland- und europaweit ein wichtiges Thema“, hob er hervor. Marian Schreier, Bereichsdirektor Firmenkundenbetreuung bei der Sparkasse Starkenburg, nahm seine Worte auf und betonte die Wichtigkeit, sich für einen reibungslosen und erfolgreichen Übergang frühzeitig damit zu befassen. „Es gibt viele Herausforderungen – rechtlicher, betriebswirtschaftlicher und steuerlicher Art“, sagte er. Auch die emotionale Komponente sei nicht zu unterschätzen.

Sebastian Schröder, Geschäftsführer der Zukunftsoffensive Überwald GmbH (ZKÜ), welcher den Abend moderierte, informierte darüber, dass laut Statistik die Hälfte der Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer aller Unternehmen in Deutschland älter als 55 Jahre sind und sich deren Zahl seit Anfang des Jahrtausends verdoppelt habe. „Dieser Sachverhalt wird sich in Zukunft weiter verschärfen, die Unternehmensnachfolge gewinnt somit immer größere Bedeutung“, verdeutlichte er. Tatsächlich stehen nach aktuellen Schätzungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn (IfM) in Deutschland im Zeitraum 2022 bis 2026 rund 190.000 Unternehmen mit mehr als drei Millionen Beschäftigten vor einer Übergabe im Rahmen einer Unternehmensnachfolge. Ob diese Unternehmen erfolgreich weitergeführt werden können, hängt von der nachrückenden Generation ab, sei es durch eine durch eine in vielen Firmen notwendige externe Unternehmensnachfolge, eine betriebsinterne oder Familiennachfolge.

Letztgenannte Lösung konnte bei der remaconcept GmbH, einem Full-Service-Anbieter von Reinigungsmaschinen aus Wald-Michelbach, gefunden werden. Clara und Vincent Schulz, die aktuell in der vierten Generation in der Führungsspitze des 1968 als Ernst Fähtke KG gegründeten Unternehmens tätig sind, berichteten über den Prozess. „Meine Schwester und ich sind im vergangenen Jahr in die Firma eingestiegen und leiten diese gemeinsam“, erläuterte Vincent Schulz. Die Geschäftsbereiche haben sie untereinander aufgeteilt: Während Clara sich hauptsächlich mit den Bereichen Marketing und Robotik beschäftigt, hat sich ihr Bruder das Thema Vertrieb auf die Fahnen geschrieben. „Doch wir arbeiten eng miteinander zusammen und wollen uns Know-how in allen Geschäftssparten aneignen“, so Clara Schulz. Sie hoben die familiäre Atmosphäre innerhalb des Betriebs hervor und die engen Bindungen zu den acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Was die Nachfolge betrifft, so habe es von Anfang an eine offene Kommunikation innerhalb der Familie gegeben. „Wir genießen viele Freiheiten, wie wir diese gestalten können und wollen sie Schritt für Schritt umsetzen“, so Vincent Schulz, der einen groben Zeitplan nannte: In zwei bis drei Jahren wollen er und Clara das operative Geschäft vom Vater, der als Gesellschafter fungiert, gänzlich übernehmen, in fünf bis sieben Jahren soll der Übergabeprozess abgeschlossen sein.

Weitere Referenten waren Marco Kreuzer und Julia Freier, WFB-Unternehmens- und Gründungsservice, welche über Fördermöglichkeiten für Nachfolgende informierten, Olaf Kittel, Abteilungsleiter Betriebswirtschaftliche Beratung, Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, der darauf einging, wie eine Unternehmensbewertung abläuft und was es hier zu beachten gibt, sowie Martin Proba Leiter Geschäftsbereich Unternehmen und Standort, IHK Darmstadt Rhein Main Neckar. Dieser sprach über die komplexen steuerlichen und rechtlichen Aspekte einer Nachfolge. Nach den Beiträgen nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Chance, den Referenten Fragen zu stellen.

Das Fazit der Vorträge: Je nach Ausgestaltung kommen vollkommen unterschiedliche Besteuerungen, Regeln und Herausforderungen zum Tragen. Eine langfristige Vorbereitung sowie die frühzeitige Einbindung von Experten und einem Steuerberater ist erforderlich. „Der Prozess ist nicht einfach, aber machbar. Wir haben das Anliegen, dass die Wirtschaftskraft unserer Region, widergespiegelt in den Unternehmen, durch eine gelungene Nachfolge erhalten bleibt und unterstützen Sie gemeinsam dabei – sprechen Sie uns an!“, fasste Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der WFB, zusammen.

Auch nach dem offiziellen Teil gab es Raum für Gespräche, welchen die Gäste bis in den späteren Abend hinein rege in Anspruch nahmen.

Die WFB und die ZKÜ führten auch diesen Stopp der Roadshow Unternehmensnachfolge unter dem Dach der Gründungsoffensive Bergstraße durch, mit der sie seit 2009 die Gründungsbereitschaft in der Wirtschaftsregion Bergstraße weiter steigern wollen. Die Gründungsoffensive Bergstraße unterstützt neu gegründete Unternehmen dabei, sich zu festigen und zu wachsen und initiiert Projekte zur Verbesserung des Gründungsklimas. 

Info: Die Sparkasse Starkenburg finden Sie im Internet unter www.sparkasse-starkenburg.de, die ZKÜ unter www.ueberwald.eu, die remaconcept GmbH unter www.remaconcept.de.

Wissenswertes über die Serviceleistungen der WFB gibt es hier.

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