Wirtschaftsregion

SOMMER-PRESSEKONFERENZ DER WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG BERGSTRASSE

Themen waren die wirtschaftliche Entwicklung der Region in Corona-Zeiten und die Vorhaben der Wirtschaftsförderung Bergstraße / Energieagentur Bergstraße feiert Jubiläum zum zehnjährigen Bestehen

Sommer-Pressekonferenz der Wirtschaftsförderung Bergstrasse
Informationen erteilten (von links): Dr. Jürgen Gromer, Beiratsvorsitzender und Aufsichtsratsmitglied der Wirtschaftsregion Bergstraße / Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB), Landrat Christian Engelhardt, Aufsichtsratsvorsitzender der WFB, und Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der WFB. - © WFB

09.07.2020: Auch die Wirtschaftsregion Bergstraße ist 2020 von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt. Im Rahmen ihrer diesjährigen Sommer-Pressekonferenz gab die Wirtschaftsregion Bergstraße / Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB) einen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung der Region in dieser besonderen Situation und berichtete darüber hinaus über ihre sonstigen laufenden Projekte und die künftigen Vorhaben. Ein weiteres Thema der diesjährigen Sommer-Pressekonferenz war das Jubiläum zum zehnjährigen Bestehen der Energieagentur Bergstraße, ein Fachbereich der WFB.

Die Sommer-Pressekonferenz fand diese Woche in Heppenheim statt. Informationen erteilten Landrat Christian Engelhardt, Aufsichtsratsvorsitzender der WFB, Dr. Jürgen Gromer, Beiratsvorsitzender und Aufsichtsratsmitglied der WFB, Dr. Matthias Zürker, WFB-Geschäftsführer, sowie Phillipp Meister, Projektleiter der Energieagentur Bergstraße.

„Die Coronavirus-Pandemie war und ist ein großes Thema in diesem Jahr und hat die Rahmenbedingungen unseres Arbeitens verändert“, sagte der Landrat zu Beginn. Und „wir sind noch nicht über den Berg“, mahnte er. „Im Herbst werden sich die tiefergreifenden Probleme zeigen“, sagte der WFB-Aufsichtsratsvorsitzende. Er skizzierte die Maßnahmen des Kreises Bergstraße, zum Beispiel eine Auftrags-Offensive an den Schulen, um das Handwerk vor Ort zu stärken, oder das Kreis-Programm für Kulturhäuser und Kulturveranstaltungen. „Mit unseren Maßnahmen wollen wir ein fester Felsen in dieser unruhigen Zeit sein“, schloss er.

Dr. Zürker führte in das Thema „Zehn Jahre Energieagentur Bergstraße“ ein. „Die Energieagentur verfolgt das Ziel, die Bürgerinnen und Bürger sowie die Kommunen in der Wirtschaftsregion Bergstraße zu allen Fragen des Energiesparens und erneuerbaren Energien umfassend, unabhängig und herstellerneutral zu beraten“, erklärte er. Sie zeige energetische Einsparpotenziale auf, fördere den Einsatz von erneuerbaren Energien und liefere durch ihre Beratung die Grundlage für die Vergabe von Aufträgen an das regionale Handwerk. Damit leiste sie nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz und zur CO2-Einsparung, sondern auch zur Stärkung der regionalen Wirtschaftskreisläufe.

Details erläuterte Meister. „Seit 2010 wurden 4.469 Bürger-Energieberatungen durchgeführt und 7.652 Themen in diesen Beratungen besprochen“, so der Energie-Experte. Ganz oben standen dabei Heizungssanierung, Wärmedämmung bei Altbauten sowie Photovoltaik. Anhand von Zahlen belegte er einen Anstieg der Beratungen von 274 im Jahr 2018 auf 355 im Folgejahr – „und 2020 haben wir bereits in der ersten Jahreshälfte so viele Beratungen durchgeführt wie im gesamten Jahr 2019“, so Meister. Seit 2015 seien rund 296 Millionen Euro an KFW-Fördermitteln aus dem Förderbereich Energie in die Wirtschaftsregion Bergstraße geflossen. Weitere Tätigkeiten und Projekte der Energieagentur, über die Meister berichtete, waren beispielsweise die Energiespar-Kurzvideos oder die online Energieberater-Plattform, welche über 43 Profile von freien Beratern aus der Region verfügt. Zudem informierte er über kostenfreie Weiterbildungsangebote für Energieberater, welche die Energieagentur organisiert. „Auch in Zukunft wird die Energieagentur Bergstraße dabei unterstützen, die Energiewende weiter voranzubringen“, unterstrich er.

Dr. Zürker lieferte anschließend Zahlen über die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Wirtschaft: Wie die Statistik für Deutschland zeigt, „beurteilen alle Sparten außer der Baubranche ihre aktuelle Geschäftslage schlecht“, so der WFB-Geschäftsführer. Auch in Hessen sind die Umsätze teilweise stark eingebrochen. Das betrifft gerade das Gastgewerbe und die Reisewirtschaft, wie er belegte. Im Großen und Ganzen ließen sich diese Zahlen auch für die Wirtschaftsregion Bergstraße übertragen. Doch im Vergleich zu den Nachbarlandkreisen treffe es den Kreis Bergstraße mitunter weniger hart: „Die Lage in der Wirtschaftsregion Bergstraße ist nicht gut, aber weniger schlecht“, verdeutlichte Dr. Zürker. So liegen die Zahlen der Region in Sachen Kurzarbeit unter denen anderer Landkreise und kreisfreien Städte in Hessen. Zudem rangiert die Arbeitslosenquote im Kreis Bergstraße mit 4,3 Prozent im Juni 2020 im Vergleich zu den Nachbarn auf niedrigerem Niveau.

Seit Beginn der Krise habe die WFB 916 Unternehmen, Gründer und beruflich Selbstständige zu staatlichen Unterstützungsmaßnahmen beraten, erklärte der WFB-Geschäftsführer. Doch auch wenn Corona für die WFB quasi das Hauptthema im Jahr 2020 war und ist, gab es darüber hinaus noch andere Aktivitäten und Projekte, welche die WFB im laufenden Jahr durchgeführt hat wie etwa die erfolgreiche Unterstützung eines Unternehmens bei der Standortverlagerung und Fördermittelakquise, die Unterstützung des Kreises Bergstraße bei der Akquise von Fördermitteln für den Anschluss der Schulen an das Glasfasernetz oder die Unterstützung der beteiligten Kommunen bei der Akquise von Fördermitteln für die Touristische Arbeitsgemeinschaft Vorderer Odenwald. Über diese informierte der WFB-Geschäftsführer und stellte ebenso die Vorhaben, Veranstaltungen und Schwerpunkte vor, welche die WFB in Zukunft plant. Beispiele sind die Durchführung von Web-Seminaren im Rahmen des Projekts „HO²- Home Office Odenwald“, die Umsetzung einer Online-Marketingkampagne zur Präsentation der 22 Wirtschaftsstandorte der Region oder die Neugestaltung der Tourist-Information in Lorsch.

„Der Beirat der Wirtschaftsförderung Bergstraße begrüßt die Arbeit der WFB sehr“, betonte Dr. Gromer. Die Auswirkungen der Pandemie bezeichnete er als „teilweise gravierend“. Das Thema Corona werde die Wirtschaft noch bis mindestens zum Ende des Jahres beschäftigen. Die WFB habe bereits vor der Krise die Unternehmen mit vielfältigen Angeboten unterstützt. Und auch in der Krise helfe die WFB den Betrieben umfassend – „seien es Beratungen, Informationen oder die direkte Unterstützung.“

Info: Weiteres Wissenswertes über die Serviceleistungen der WFB gibt es hier.

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