Wirtschaftsregion

HOLZ

Im Gegensatz zu fossilen Energieträgern, deren Verbrennung mit einem hohen CO2-Ausstoß einhergeht, wird bei der Verfeuerung des nachwachsenden Rohstoffs Holz nur so viel CO2 freigesetzt, wie der Baum in seiner Wachstumsphase aufgenommen hat. Durch eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes, einer ausgeglichenen Mischung zwischen Holzgewinnung/-verfeuerung und Aufforstung, befindet sich das CO2 bilanziell in einem Kreislauf. Zudem handelt es sich bei Holz um einen Energieträger, der lokal und regional produziert werden kann. Somit bleibt die Wertschöpfung in der Region. Holz stellt in Form von Pellets, Hackschnitzeln und Stückholz eine kostengünstige Alternative zu fossilen Energieträgern dar.

 

Holzpellets

Für die Beheizung kleinerer Objekte, beispielsweise Ein- und Zweifamilienhäusern, eignet sich die Verfeuerung von Holzpellets in Pellets-Heizkesseln. Pellets werden aus Sägemehl, Hobelspäne oder sonstigem Restholz aus industrieller und gewerblicher Holzverarbeitung hergestellt. Das getrocknete und naturbelassene Holz wird unter Druck in Form gepresst. Die zylindrischen Pellets, mit einem Durchmesser von 2 – 3 mm und einer Länge von rund 6 mm, haben durch die Verdichtung, im Vergleich zu gewachsenem Holz, eine höhere Material- und Energiedichte. Durch die Produktionsstandards der deutschen DINplus- sowie der europäschen ENplus-Norm kann bei zertifizierten Produzenten eine gleichbleibend hohe Qualität der Pellets gewährleistet werden.

Die Lieferung der Pellets erfolgt als Sackware (ca. 15 kg), in Big Bags (ca. 1 t) oder als lose Ware durch Anlieferung in Silofahrzeugen. Die Anlieferung von loser Ware unterscheidet sich kaum von der bekannten Öl- oder Flüssiggaslieferung. Die Pellets werden über einen max. 30 m langen Schlauch aus dem Fahrzeug in ein Pelletlager geblasen. Es bestehen hierbei mehrere Möglichkeiten der Lagerung. Ein kompletter Kellerraum kann als Lager ausgebaut oder ein fertiges Lager aus Metall, Kunststoff oder Stoffgewebe in einem Kellerraum aufgestellt werden. Für die Pelletlagerung reicht in der Regel der ehemalige Öllagerraum aus. Sollte im Gebäude nicht genügend Platz vorhanden sein, kann ein unterirdischer Lagertank im Außenbereich errichtet werden. Eine Voraussetzung ist, dass die Pellets möglichst trocken gelagert werden können.

Pelletheizungen arbeiten vollautomatisch. Das Holz wird mit einer Förderschnecke oder einem Saugschlauch aus dem Pelletlager in den Kessel transportiert. Der Kessel zündet selbstständig und passt seine Leistung wie ein Öl- oder Gaskessel dem Bedarf an. Bei der Verbrennung von Pellets fällt kaum Asche an. Der Aschebehälter muss nur wenige Male im Jahr geleert werden.

 

Scheitholz

Eine weitere Möglichkeit der Holznutzung zur Wärmeerzeugung besteht in der Verfeuerung von Scheitholz. Festholz wird in diversen Formen (Schüttraummeter, Raummeter, Festmeter, ungespaltene Meterscheite, gespaltene Meterscheite oder ofenfertige Scheite) angeboten. Hierbei ist zu beachten, dass der Preis des Holzes steigt je weiter es bereits verarbeitet wurde. Besonders preiswert ist die Selbstwerbung von Brennholz. Beim zuständigen Forstamt können Holzstämme gekauft und in Wald und Flur selbstständig zu Brennholz weiter verarbeitet werden (die Voraussetzung hierfür ist ein „Motorsägen-Führerschein“).

Wichtig ist, dass das Holz vor der Verbrennung möglichst wenig Feuchtigkeit enthält. Wird die Trocknung ideal, an einem regengeschützten, gut durchlüfteten Ort durchgeführt, kann Scheitholz in 12 bis 24 Monaten getrocknet werden. Zur Verfeuerung gibt es anschließend verschiedene Möglichkeiten. So kann das gesamte Objekt zentral über einen Scheitholzvergaserkessel (inklusive Pufferspeicher) mit Wärme versorgt oder eine bestehende Heizungsanlage über einen Stückholz-Zusatzkessel unterstützt werden. Weiter können dezentrale Einzelfeuerstätten wie Kamine, Öfen und Küchenherde, die im Wohnraum aufgestellt werden, zur Wärmeerzeugung genutzt werden. Auf dem Markt gibt es zudem erweiterte Einzelfeuerungsstätten, die beispielswiese über eine Wassertasche, in der das Heizungswasser des Heizsystems über das Abgas der Verbrennung erwärmt wird, ein bestehendes Heizsystem unterstützen können. Bei all diesen Feuerungsstätten muss der Nutzer in der Heizperiode mindestens einmal am Tag Holz nachlegen. Eine Möglichkeit, dies über einen gewissen Zeitraum zu umgehen, bieten sogenannte Kombikessel. Diese können sowohl Pellets als auch Stückholz verbrennen, wobei die Pelletzufuhr über mehrere Tage automatisch über einen Speicher gewährleistet wird.

 

Hackschnitzel

Zum Beheizen größerer Objekte eignet sich die Verfeuerung von Hackschnitzeln in Hackschnitzelanlagen (ab ca. 50 kW). Hackschnitzel werden meist aus minderwertigen, schwachen Holzteilen aus der Industrie oder Forstwirtschaft in mobilen oder stationären Zerkleinerungsanlagen hergestellt. Das Holz wird dort in kleine Stücke zerhackt (siehe Foto). Um deren Wassergehalt zu minimieren, sollten Hackschnitzel trocken und luftig gelagert werden. Im Vergleich zu Pellets haben Hackschnitzel, bezogen auf ihr Gewicht, ein relativ großes Volumen. Aus diesem Grund sowie den großen Anlagenleistungen muss in der Regel ein großer Lagerraum geschaffen bzw. das Lager mehrmals im Jahr aufgefüllt werden. Der eigentliche Betrieb von Hackschnitzelanlagen funktioniert ‑ wie bei Pelletanlagen ‑ vollautomatisch. Das Hackgut wird dem Brenner aus dem Lagerraum zugeführt und die Feuerungsregelung übernimmt die Anlage selbstständig.

Aktuelle Preise für Pellets und Hackschnitzel können Sie auf der Seite des Centralen Agrar- Rohstoff- Marketing- und Energie-Netzwerks C.A.R.M.E.N finden.

Weitere Informationen zum Thema Biomasse finden Sie auf der Internetpräsenz des HeRo - Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HeRo) e.V..

Wünschen Sie eine Beratung, haben Sie Anregungen oder Fragen? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail.Zur telefonischen Terminvereinbarung erreichen Sie uns von Montag bis Mittwoch von 9:00 bis 13:00 Uhr sowie immer Dienstag von 14:00 bis 16:00 Uhr zu unserer freien Telefonberatungszeit.

Hackschnitzel

 

Ihr Ansprechpartner

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Philipp Meister

Projektleiter
Energieagentur Bergstraße

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