Welcher berufliche Weg passt zu mir? Muss es nach dem Abitur immer ein Studium sein oder bieten auch Ausbildung und duales Studium attraktive Perspektiven? Mit diesen Fragen beschäftigten sich kürzlich rund 100 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Alten Kurfürstlichen Gymnasiums in Bensheim bei der Veranstaltung „Schule trifft Wirtschaft“.
Die von der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB) gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft Bergstraße durchgeführte Veranstaltungsreihe bringt junge Menschen direkt mit Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen, Handwerk und weiteren Berufsfeldern zusammen. Ziel ist es, die Vielfalt beruflicher Möglichkeiten aufzuzeigen und insbesondere auch Karrierewege jenseits eines klassischen Hochschulstudiums sichtbar zu machen.
In Bensheim gaben Tim Schicker, Ausbildungsleiter bei Dentsply Sirona, dem größten Arbeitgeber im Kreis Bergstraße mit rund 2.000 Beschäftigten am Standort Bensheim, und David Wedel von der Schreinerei holzart aus Zwingenberg Einblicke in ihre Berufsfelder und berichteten aus ihren persönlichen Erfahrungen. Dabei erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in sehr unterschiedliche berufliche Perspektiven.
Ein Schwerpunkt lag auf den Möglichkeiten, die eine duale Berufsausbildung eröffnet. Schreinermeister Wedel zeigte am Beispiel des Handwerks, dass eine Ausbildung keineswegs am Ende eines Bildungsweges steht. Vielmehr können sich daran zahlreiche Entwicklungsschritte anschließen – etwa Weiterbildungen, die Meisterqualifikation, die Übernahme von Führungsverantwortung oder der Schritt in die Selbstständigkeit.
Tim Schicker stellte die beruflichen Einstiegsmöglichkeiten bei Dentsply Sirona vor. Neben verschiedenen gewerblich-technischen Ausbildungsberufen informierte er auch über die dualen Studienangebote des Unternehmens. Damit wurde deutlich, dass insbesondere größere Unternehmen jungen Menschenverschiedene Wege eröffnen, Theorie und betriebliche Praxis miteinander zu verbinden.
Die Veranstaltung zeigte, dass die Entscheidung nach dem Abitur nicht ausschließlich zwischen Studium und direktem Berufseinstieg getroffen werden muss. Eine Ausbildung kann eine hochwertige Grundlage für eine langfristige berufliche Entwicklung sein und zahlreiche Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten eröffnen.
Mit „Schule trifft Wirtschaft“ möchte die Wirtschaftsförderung Bergstraße dazu beitragen, Schülerinnen und Schüler frühzeitig über die Breite der regionalen Ausbildungs- und Karrierechancen zu informieren und gleichzeitig den direkten Kontakt zwischen jungen Menschen und potenziellen Arbeitgebern zu stärken.
„Direkte Einblicke sind für Schülerinnen und Schüler besonders wertvoll, weil diese aufgezeigt bekommen, wie vielfältig berufliche Entwicklung verlaufen kann. Ausbildung, duales Studium und spätere Weiterbildung sind keine Gegensätze, sondern können aufeinander aufbauen. Wer die verschiedenen Möglichkeiten kennt, kann die eigene Entscheidung nach dem Abitur bewusster und passender zu den persönlichen Stärken treffen“, betont Brigitte Stein-Kaucher, Projektmanagerin im Unternehmens- und Gründungsservice der WFB und Bildungscoach im Kooperationsprojekt mit Neue Wege.
