27.10.2026

Welche Potenziale entstehen, wenn etablierte mittelständische Unternehmen und innovative Startups zusammenarbeiten? Und wie können aus ersten Kontakten erfolgreiche Kooperationen werden? Diesen Fragen widmete sich das jüngste Startup-Netzwerktreffen der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB), das kürzlich im Fürstenlager Restaurant in Bensheim stattfand. Unter dem Motto „Mittelstand meets Startups – Potenziale der Zusammenarbeit“ kamen Gründerinnen und Gründer, junge Unternehmen, Vertreter des Mittelstands sowie Netzwerkpartner zusammen, um sich über Chancen gemeinsamer Projekte zu informieren und neue Kontakte zu knüpfen.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen der Gründungsoffensive Bergstraße veranstaltet, mit der die WFB das Gründungsgeschehen in der Wirtschaftsregion Bergstraße stärken und die Vernetzung zwischen jungen und etablierten Unternehmen vorantreiben möchte. Gastgeber war Dominik Stenger, Gründer und Geschäftsführer der Bensem Gastro GmbH und Betreiber des Fürstenlager Restaurants. Stenger ist selbst Teil des regionalen Gründungsnetzwerks und Preisträger des Gründungswettbewerbs Bergstraße 2024.

Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der WFB, begrüßte die Gäste und hob die Bedeutung des Austauschs zwischen unterschiedlichen Unternehmensgenerationen hervor. „Unsere Wirtschaftsregion verfügt über einen leistungsfähigen Mittelstand und eine vielfältige Gründungsszene. Wenn beide Seiten ihre jeweiligen Stärken zusammenbringen, entstehen wertvolle Impulse für Innovationen und neue Geschäftsmodelle. Mit der Gründungsoffensive möchten wir genau diese Verbindungen fördern und dazu beitragen, dass aus guten Ideenkonkrete Kooperationen werden“, so Dr. Zürker.

Im Mittelpunkt des Abends stand der Fachvortrag von Rabena Diana Ahluwalia, Referentin im Fachbereich Gründung des RKW Kompetenzzentrums. Unter dem Titel „Mittelstand meets Startup – Potenziale der Zusammenarbeit“ stellte sie aktuelle Erkenntnisse aus Studien sowie Praxisbeispiele vor und zeigte auf, welche Chancen die Zusammenarbeit für beide Seiten bietet und welche Herausforderungen dabei zu bewältigen sind.

Wie Ahluwalia in ihrem Vortrag erläuterte, können mittelständische Unternehmen insbesondere von neuen Technologien, innovativen Lösungsansätzen und frischen Impulsen profitieren. Für Startups wiederum eröffnet die Zusammenarbeit mit etablierten Betrieben neue Möglichkeiten beim Marktzugang, der Produktentwicklung und der Erschließung zusätzlicher Kundenkreise. Zugleich machte die Expertin deutlich, dass unterschiedliche Unternehmenskulturen, Entscheidungswege und Erwartungen auch Hürden für erfolgreiche Kooperationen darstellen können.

„Mittelstand und Startups bringen unterschiedliche Voraussetzungen und Perspektiven mit. Gerade darin liegt ein großes Potenzial für erfolgreiche Kooperationen. Entscheidend ist, dass beide Seiten die Bedürfnisse und Arbeitsweisen des jeweils anderen verstehen, gemeinsame Zieleentwickeln und offen aufeinander zugehen“, erläuterte Ahluwalia.

Wie wichtig entsprechende Netzwerkangebote sind, verdeutlichte die Expertin anhand von Studienergebnissen des RKW Kompetenzzentrums. Demnach zählen Fachmessen, persönliche Empfehlungen und Veranstaltungen zu wichtigen Wegen, über die Kontakte zwischen mittelständischen Unternehmen und Startups entstehen. Auch die Formen der Zusammenarbeit sind vielfältig: Sie reichen vom informellen Erfahrungsaustausch über klassische Kunden- und Lieferantenbeziehungen bis hin zu gemeinsamen Entwicklungsprojekten und strategischen Partnerschaften.

Dass Kooperationen nicht zwangsläufig mit großen Investitionen oder komplexen Partnerschaftsmodellen beginnen müssen, war eine weitere zentrale Botschaft des Vortrags. Oftmals bilden konkrete unternehmerische Herausforderungen und der persönliche Austausch den Ausgangspunkt für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

An den Fachvortrag schloss sich eine Fragerunde an, bei der die Teilnehmenden die Gelegenheit nutzten, eigene Erfahrungen einzubringen und die unterschiedlichen Perspektiven von Startups und Mittelstand zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem die Möglichkeiten der Kontaktanbahnung, kulturelle Unterschiede sowie Erfolgsfaktoren für gemeinsame Projekte.

Marco Kreuzer, Leiter des Unternehmens- und Gründungsservice der WFB, griff die Impulse des Abends auf und unterstrich die Zielsetzung der Gründungsoffensive Bergstraße. „Wir möchten nicht nur Wissen vermitteln, sondern Menschen und Unternehmen gezielt zusammenbringen. Häufig beginnt eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit einem persönlichen Gespräch und der Erkenntnis, dass die Herausforderungen des einen Unternehmens zu den Lösungen eines anderen passen. Genau hier setzen wir mit unseren Netzwerk- und Matching-Angeboten an“, betonte Kreuzer.

Nach dem Vortrag nutzten die Gäste die Gelegenheit beim anschließenden Netzwerken die Anregungen aus dem Vortrag zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und mögliche Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit auszuloten.

Die Gründungsoffensive Bergstraße ist ein Projekt der WFB und wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Weitere Informationen gibt es hier.

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Lächelnde Frau mit dunklen Haaren, die mit verschränkten Armen vor heller Wand steht, trägt weiße Bluse mit feinen Streifen.

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