Wenn Wirtschaft, Politik und Verwaltung ins Gespräch kommen, entstehen Impulse für die Zukunft der Region: Genau diesen Raum bietet der Bergsträßer Wirtschaftsempfang Jahr für Jahr. Die Veranstaltung bringt Entschei-derinnen und Entscheider aus der Wirtschaftsregion Bergstraße, den Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar sowie aus Kommunal-, Landes- und Bundespolitik zusammen.
Das diesjährige Event, erneut von der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB) geplant und durchgeführt, fand am vergangenen Mittwochabend in den Räumen der Autohaus Ebert GmbH & Co. KG in Bensheim statt. Rund 250 Gäste nutzten die Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken. Für den musikalischen Rahmen sorgte Joscheba Schnetter.
Die Begrüßung übernahm Dominik Bessler, Sprecher der Geschäftsführung Autohaus Ebert GmbH & Co. KG. „Wir freuen uns sehr, dass wir in diesem Jahr Gastgeber des Bergsträßer Wirtschaftsempfangs sein dürfen“, sagt Dominik Bessler, Sprecher der Geschäftsführung der Autohaus Ebert GmbH & Co. KG. „Gerade unsere Branche zeigt sehr deutlich, wie stark sich Wirtschaft, Technologie und Kundenbedürfnisse verändern. Wandel ist für Un-ternehmen eine Herausforderung – aber vor allem auch eine Chance, wenn man ihn mit Mut, Innovationsbereit-schaft und unternehmerischer Verantwortung gestaltet. Der heutige Abend bietet den idealen Rahmen, um genau darüber ins Gespräch zu kommen.“
„Insgesamt ist die Stimmung in Deutschland schlecht und sicher besteht auch viel Reformbedarf. Aber Jammern bringt uns nicht weiter. Ich plädiere für mehr Zuversicht und Tatkraft“, betonte Landrat Christian Engelhardt, Auf-sichtsratsvorsitzender der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH. „Packen wir es an! Es ist uns an der Berg-straße immer gelungen, unter sehr schwierigen Bedingungen möglichst gut dazustehen. Auch jetzt. Das zeigt nicht zuletzt ein Blick auf die voranschreitende Digitalisierung, auf die steigende Anzahl an sozialversicherungs-pflichtig beschäftigten Arbeitnehmern im Kreis oder auf die großen Investitionen, die im Kreis getätigt werden.“
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen zeigte sich Engelhardt zuversichtlich: „Diese Region hat alles, was es braucht, um auch in Zukunft zu den stärksten Regionen Deutschlands zu gehören – die besten Jahre der wirt-schaftlichen Entwicklung der Bergstraße liegen nicht hinter uns, sie liegen noch vor uns.“
Auch Staatsministerin Diana Stolz, Hessisches Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, richtete sich an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bergsträßer Wirtschaftsempfangs. „Diese Region steht für Zuversicht, Pragmatismus und gute Lösungsansätze“, betonte Stolz und hob hervor, dass die Bergstraße „ein Knotenpunkt aus Innovation, klugen Köpfen, wirtschaftlicher Stärke und dem klaren Blick auf die Versorgung der Menschen“ sei. Mit Blick auf Wandel und Fachkräftesicherung warb sie dafür, die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege stärker in den Fokus zu nehmen: „Das wird in all Ihren Unternehmen ein echtes Zukunftsthema werden.“
Als Keynote-Speaker ordnete Christian Jöst, Präsident der IHK Darmstadt und Geschäftsführer der Jöst Abrasi-ves GmbH, das Motto „Wirtschaft im Wandel“ aus unternehmerischer Perspektive ein. „Unternehmen sind bereit, ihren Beitrag zu leisten: zu investieren, Arbeitsplätze zu schaffen, Transformation zu gestalten. Aber dafür brau-chen sie ein politisches Umfeld, das nicht nur fordert, sondern Rahmenbedingungen schafft, in denen sie arbeiten können“, betonte er. „Transformation hat längst begonnen – technologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich“, unterstrich Jöst und machte zugleich deutlich: „Die Bergstraße ist dafür ein besonders guter Ort, denn sie steht für Menschen, die Verantwortung übernehmen, anpacken und bereit sind, neue Wege zu gehen.“ Unternehmen seien bereit, zu investieren, Arbeitsplätze zu schaffen und Transformation aktiv zu gestalten – dafür brauche es jedoch „Verlässlichkeit, Planbarkeit und mehr Vertrauen in Wirtschaft, Unternehmertum und Eigenverantwortung“. Seine Botschaft an die Unternehmerschaft war entsprechend zuversichtlich: „Wir müssen stärker ins Machen kommen. Wenn wir das schaffen, wird die Zukunft bei uns genauso positiv sein wie in anderen starken Regio-nen.“
Das Schlusswort übernahm Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der WFB. „Unsere Unternehmen stehen derzeit vor einer komplexen Gemengelage: Konjunkturelle Unsicherheiten, hohe Energie- und Standortkosten, Fach- und Arbeitskräftemangel, anhaltend hohe Bürokratiekosten sowie der Wandel durch Digitalisierung, Künstliche Intelli-genz und Dekarbonisierung fordern viele Betriebe gleichzeitig heraus“, erklärte er. „Umso wichtiger ist es, dass wir als Wirtschaftsregion Kräfte bündeln und den direkten Austausch zwischen Unternehmen, Politik, Verwaltung und Institutionen ermöglichen. Der Bergsträßer Wirtschaftsempfang bietet dafür ein wichtiges Forum: Er schafft Raum, Herausforderungen offen zu benennen, Lösungsansätze zu diskutieren und Impulse für die Zukunftsfähig-keit unseres Standorts zu setzen – und nicht zuletzt ist er auch eines der Aushängeschilder unserer starken und lebenswerten Region.“
So nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Veranstaltung auch in diesem Jahr, um nach dem offiziellen Teil bei Snacks und Bergsträßer Wein bis in die späten Abendstunden hinein Gespräche zu führen und Kontakte zu pflegen.
