Mit 70 Prozent richteten Cyberattacken im vergangenen Jahr den größten Anteil am wirtschaftlichen Gesamtschaden in der deutschen Wirtschaft an. Das ergab eine Umfrage des Branchenverbandes Bitkom. Gesamtwirtschaftlich bedeutet dies ein Schaden von rund 202 Milliarden Euro. Die Tendenz ist steigend. „Datensicherheit und Cyber-Security sind Mega-Themen – auch in der Wirtschaftsregion Bergstraße“, weiß Landrat Christian Engelhardt, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB).
Aus diesem Grund veranstaltete die WFB ihren diesjährigen Thementag unter der Überschrift IT & Datensicherheit. Dieser Branchenschwerpunkt wurde im Rahmen der Veranstaltung anhand ausgewählter Unternehmen näher vorgestellt. Von Seiten der WFB nahmen Landrat Christian Engelhardt, Vorsitzender des Aufsichtsrats, Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der WFB, Marco Kreuzer, Leiter des WFB-Unternehmens- und Gründungsservices‘ und Julia Freier, Projektmanagerin im WFB-Unternehmens- und Gründungsservice, teil.
Der Thementag startete mit einem Besuch der sicherhoch3 GmbH in Lorsch. Hier schloss sich Tim Rückert, Projektleiter Unternehmerservice, Fachkräfte, Gründungszentrum und Coworking bei der Entwicklungsgesellschaft Lorsch mbH, der WFB an. Rückert vertrat Bürgermeister Christian Schönung. Dr. Julia Dubowy, Inhaberin und Geschäftsführerin des Unternehmens, begrüßte die Gäste und informierte über das Unternehmen, das aus ihr sowie drei weiteren Experten für Informationssicherheit und Datenschutz besteht. Wie sie erläuterte, hat sich sicherhoch3 darauf spezialisiert, Daten und Organisationsgeheimnisse zu schützen, hilft anderen Firmen und Organisationen etwa bei Cyberangriffen wie Phishing-Mails und schützt sie vor Datenverlust. Zudem führt sicherhoch3 Workshops durch, um dem Kunden den bestmöglichen Zugang zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) zu bieten und eine gute Richtlinie zum Umgang mit KI aufzusetzen. Im Rahmen des Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG), das Organisationen ab 50 Mitarbeitenden dazu verpflichtet, einen sicheren Meldekanal für Beschäftigte und andere Personen zu etablieren, bietet sicherhoch3 einen Meldestellenservice. „Wir bieten eine vollständige Dokumentation, verständliche Schulungen und konkrete Beratung“, so die Inhaberin und Geschäftsführerin. „Unsere Kunden sind kleine und mittlere Unternehmen sowie kommunale Organisationen“, fügte Dr. Dubowy hinzu.
Weiter ging es für die WFB nach Bensheim zur Antago GmbH. Hier teilte Alexander Dörsam, der gemeinsam mit seiner Frau Silke Thielmann-Dörsam als Gesellschafter und Geschäftsführer im Unternehmen fungiert, der WFB Wissenswertes über das Unternehmen, das sich seit mehr als zehn Jahren auf Beratung und Analyse im Bereich der Informationssicherheit spezialisiert hat, mit. „Für unsere Kunden ermitteln wir Sicherheitslücken in der IT-Infrastruktur, erarbeiten eine Darstellung der Gefährdungen und geben konkrete Anhaltspunkte für die effektive Behebung der erkannten Schwachpunkte“, so Dörsam. „Unser Service richtet sich an öffentlich erreichbare Geräte, interne Infrastrukturen, Gebäudeleitsysteme und Webapplikationen.“ Zudem werden so genannte Audits durchgeführt, um Aktivitäten zu überwachen, analysieren und zu überprüfen. Wie er weiter erläuterte, kann das Unternehmen durch Cyberrange-Technologie realistische Angriffsszenarien simulieren, um die IT-Sicherheitsfähigkeiten zu verbessern. Mittels einer Darkweb-Analyse kann Antago kompromittierende Daten, gestohlene Passwörter und sich anbahnende Phishing-Angriffe ermitteln. „So können unsere Kunden frühzeitig Bedrohungen erkennen und können sich vor Datenverlust und Hackerangriffen schützen“, erklärte der Geschäftsführer. Darüber hinaus veranstaltet Antago Livehackings. „Das sind Veranstaltungen, bei denen unsere Kunden einem Hacker bei seiner Arbeit über die Schulter schauen und einen tiefen Einblick in die ‚dunkle Seite des Netzes‘ erhalten.“
Als nächstes stand der Besuch der NIGEFA Computersysteme GmbH in Fürth auf der Agenda. Hier schloss sich Bürgermeister Volker Oehlenschläger, Gemeinde Fürth, der WFB an. Rainer Gemmel, Geschäftsführer stellte das Unternehmen vor, das 1990 in Dossenheim gegründet wurde und seit 1993 seinen Sitz in Fürth hat. Das auf mittlerweile 20 Mitarbeitende gewachsene IT-Systemhaus unterstützt kleine und mittlere Unternehmen dabei, ihre bestehende IT auf moderne und sichere Infrastrukturen zu transformieren – von strategischer Beratung über Planung, Einrichtung und Betrieb sowie der Bereitstellung passender Hard- und Software. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf maßgeschneiderten IT-Sicherheitskonzepten, die sich an aktuellen Bedrohungslagen sowie dem Kunden orientieren. Der technische Leiter der NIGEFA Computersysteme, Johannes Geisler, erläuterte die dazu genutzten aktuellen Technologien wie zum Beispiel Multi-Faktor-Authentifizierung, Zero-Trust-Ansätze, Cloud Computing sowie die Integration von Security Operations Centers (SOC) zur 24/7-Überwachung wichtiger Systeme. Ziel sei es, die digitale Widerstandsfähigkeit der Kunden nachhaltig zu erhöhen: „Eine sichere und jederzeit verfügbare IT-Systemumgebung ist heute unverzichtbar und eine zentrale Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg“, betonte Gemmel. Florian Gemmel, der als kaufmännischer Leiter seit 2022 im Unternehmen ist, erläuterte die Managed Service Konzepte, mit denen die NIGEFA Computersysteme ihren Kunden die Services zu Fixpreisen anbieten kann.
Den Schlusspunkt bildete ein Besuch der Concat AG, für den die WFB nach Bensheim zurückkehrte. Olaf von Heyer, Vorstand der Concat AG, lieferte Informationen über das IT-Systemhaus, das seit 1990 IT-Lösungen für Unternehmen jeder Größe und Branche entwickelt und deutschlandweit an seinen 15 Standorten rund 400 Beschäftigte zählt. Der Hauptsitz ist in Bensheim. „Unser Portfolio ist breit gefächert“, so von Heyer. Tatsächlich reichen die Angebote von Concat von ausgelagerten IT-Dienstleitungen, so genannte Managed Services, über private und öffentliche Cloud-Dienste bis hin zur Übernahme des IT-Betriebs durch unseren eigenen Servicedesk. Ein wichtiges Thema ist auch die Informationssicherheit. „Eine solide IT-Security ist nicht nur ein Schutzmechanismus, sondern ein wertvoller Beitrag zur Stabilität und Zukunftssicherheit eines Unternehmens“, erklärte von Heyer. „Mit unserem Lösungsportfolio gewährleisten wir die maximale Sicherheit vor Cyberangriffen und sorgen für ganzheitliche Lösungen.“
„IT-Sicherheit ist für unsere Region nicht nur ein technisches Thema, sondern auch ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Die Bedrohungslage durch Cyberangriffe nimmt leider stetig zu, so dass die Unternehmen ihre IT-Sicherheit kontinuierliche überprüfen und ausbauen sollten. Es ist gut, dass diese Kompetenzen der IT- und Datensicherheit in unserer Region so breit verfügbar sind,“ fasste Dr. Zürker zusammen.
Der Thementag mit Fokus IT & Datensicherheit war der zehnte seiner Art. Vorangegangen waren Thementage unter den Überschriften IT, Software & Telekommunikation, Medizintechnik, Pharmazie & Biotechnologie, Maschinenbau, Elektro- & Metallindustrie, Kunststoff-, Gummi- & chemische Industrie, Automobil- & Fahrzeugindustrie, Maschinen- und Anlagenbau, Ernährungswirtschaft, Baugewerbe und Baustoffe sowie Energie.
Info: Wissenswertes zu den besuchten Unternehmen gibt es im Internet unter https://sicher-hoch-drei.com, https://antago.de, https://nigefa.de und www.concat.de.
Informationen über die Serviceleistungen der WFB gibt es hier.
Besuchen Sie uns auch auf Facebook, LinkedIn und Youtube.
