15.06.2026

„Der Kreis Bergstraße steht auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stabil da“, betonte Landrat Christian Engelhardt, Aufsichtsratsvorsitzender der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB), bei der diesjährigen Sommer-Pressekonferenz der WFB in Heppenheim. Die wirtschaftliche Lage in Deutschland bleibe fordernd. Umso wichtiger sei es, vor Ort gute Rahmenbedingungen für Unternehmen zu schaffen. Dazu zählten unter anderem Investitionen in Bildung und Infrastruktur, der weitere Ausbau der digitalen Infrastruktur, weniger Bürokratie sowie Entwicklungsmöglichkeiten für bestehende und neue Unternehmen.

Im Rahmen der Sommer-Pressekonferenz gaben Landrat Christian Engelhardt, Aufsichtsratsvorsitzender der WFB, Dr. Matthias Zürker, WFB-Geschäftsführer, sowie Dr. Jürgen Gromer, Beiratsvorsitzender und Aufsichtsratsmitglied der WFB, einen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung der Region und informierten über laufende Projekte der WFB sowie geplante Vorhaben für das zweite Halbjahr 2026.

Dr. Zürker machte deutlich, dass sich die Wirtschaftsregion Bergstraße trotz der angespannten gesamtwirtschaftlichen Situation weiterhin robust entwickelt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist 2025 auf 79.192 gestiegen. Auch die Arbeitslosenquote lag im Mai 2026 mit 4,7 Prozent weiterhin unter den Werten vieler Nachbarregionen und deutlich unter jenen des Landes Hessen und des Bundes. Ein wichtiger Stabilitätsfaktor sei die breite und vielfältige Branchenstruktur der Region, so Dr. Zürker. Gleichzeitig verwies er auf den aktuellen Geschäftsklimaindex der IHK Darmstadt, der weiter gesunken ist, und die spürbare Verunsicherung vieler Unternehmen: „Die Lage ist ernst. Umso wichtiger ist es, Unternehmen und Investoren gerade jetzt verlässlich zu begleiten, Investitionen zu ermöglichen und gemeinsam mit den Kommunen die Weichen für die wirtschaftliche Entwicklung von morgen zu stellen – besonders durch die Schaffung von Entwicklungsmöglichkeiten für Unternehmen und den Glasfaserausbau.“

Auch für die Arbeit der WFB im laufenden Jahr lieferte Dr. Zürker Zahlen: Von Januar bis Mai 2026 verzeichnete die WFB 60 Beratungen von Bestandsunternehmen beziehungsweise Mitarbeitenden, 90 Gründungsberatungen,21 Investorenanfragen sowie 54 Fördermittelberatungen im Bereich Energie. „In unseren Fachbereichen ist viel los“, sagte Dr. Zürker. Die hohe Nachfragezeige, dass die Unterstützungsangebote der WFB bei Unternehmen, Investoren, Gründenden sowie Bürgerinnen und Bürger weiterhin stark nachgefragt werden.

Zu den aktuellen Schwerpunkten der WFB zählen unteranderem Investitionsbegleitung und Standortentwicklung, Unternehmenssprechtage mit WiBank und RKW Hessen, der Gründungswettbewerb 2026 der Gründungsoffensive Bergstraße, die Reihe „Schule trifft Wirtschaft“, die Teilnahme an Jobbörsen in Kooperation mit Neue Wege sowie Aktivitäten rund um Bildung, Fachkräftesicherung, Tourismus und Standortmarketing. Zudem unterstützt die WFBdie Städte und Gemeinden beim Gigabitausbau, u.a. durch die regionale Breitbandberatung, und treibt die weitere Profilierung der Wirtschaftsregion Bergstraße voran.

Wie gewohnt gab Dr. Zürker auch einen Ausblick auf die geplanten Vorhaben im zweiten Halbjahr. Vorgesehen sind unter anderem weitere Unternehmenssprechtage mit RKW Hessen und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen, die Preisverleihung im Gründungswettbewerb der Gründungsoffensive Bergstraße im November sowie ein HR-Netzwerktreffen und ein Thementag für Unternehmen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz im betrieblichen Alltag. Darüber hinaus sollen die ersten Glasfaseranschlüsse im geförderten Ausbauprojekt des Interkommunalen Breitbandnetzes IKbit in Betrieb gehen. Auch im Standortmarketing bleibt die WFB aktiv, unter anderem mit Marketingmaßnahmen für touristische Highlights des Vorderen Odenwalds und den Nibelungensteig.

Landrat Engelhardt hob hervor, dass der Kreis Bergstraß ein zentralen Zukunftsfeldern weiter vorangehe. Dazu zählten Investitionen im Bildungsbereich, die Digitalisierung der Verwaltung, Maßnahmen zur Entbürokratisierung sowie eine moderne Standortförderung. Auch Infrastrukturprojekte wie die ICE-Neubaustrecke und die Ortsumgehung Mörlenbach B38a sowie der weitere Glasfaserausbau seien wichtige Faktoren für die Attraktivität der Wirtschaftsregion. „Wir schaffen Rahmenbedingungen, in denen die Unternehmen so gut wie möglich agieren können“, sagte Engelhardt. Die Lage sei herausfordernd, aber der Kreis Bergstraße verfüge über gute Voraussetzungen: die optimale Lage inmitten der Metropolregionen Frankfurt/Rhein-Main und Rhein-Neckar, eine starke Infrastruktur, engagierte Unternehmen und eine hohe Lebensqualität.

Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Innovation. Der Kreis Bergstraße unterstützt Zukunftsprojekte, die den Standort über regionalsichtbar machen und neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen. Dazu zählen unter anderem die Entwicklung von Biblis als Standort für Zukunftstechnologien, insbesondere im Kontext Kernfusion, sowie Projekte zur Kreislaufwirtschaft und zur nachhaltigen Wertschöpfung. Ziel ist es, die Region als modernen, innovativen und lebenswerten Wirtschaftsstandort weiter zu stärken.

Für den Beirat sprach Dr. Jürgen Gromer, Beiratsvorsitzender und WFB-Aufsichtsratsmitglied. Er unterstrich die Bedeutung guter Standortbedingungen aus Sicht der Wirtschaft. Besonders wichtig seien zusätzliche Industrie-, Gewerbe- und Wohnflächen, der weitere Ausbau von Glasfaser und Mobilfunk, die Unterstützung kleinerer Unternehmen bei der KI-Anwendung, weniger Bürokratie, wettbewerbsfähige lokale Kosten sowie ein starker Bildungsstandort. Auch die neue Homepage der WFB sei eine wichtige Grundlage, um das Leistungsspektrum der Wirtschaftsförderung noch sichtbarer zumachen. „Das starke Team der Wirtschaftsförderung Bergstraße leistet sehr gute Arbeit“, betonte Dr. Gromer. Die WFB arbeite an den zentralen Themen mit Nachdruck und habe bereits deutliche Fortschritte erzielt.

Lächelnde Frau mit dunklen Haaren, die mit verschränkten Armen vor heller Wand steht, trägt weiße Bluse mit feinen Streifen.

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