Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist längst mehr als ein Standortfaktor – sie entscheidet über Teilhabe, Innovation und Zukunftsfähigkeit einer Kommune. Gestern erfolgte ein wichtiger Schritt hin zu einem flächendeckenden Glasfasernetz für die Wirtschaftsregion Bergstraße: Im Rathaus der Stadt Hirschhorn überreichte der Hessische Staatssekretär für Digitalisierung und Innovation Stefan Sauer einen Förderbescheid über 1,96 Millionen Euro aus Landesmitteln für den Glasfaserausbau in unterversorgten Gebieten der Städte Hirschhorn und Neckarsteinach an die Bürgermeister Martin Hölz (Hirschhorn) und Lutz Spitzner (Neckarsteinach).Das Land Hessen übernimmt damit die Ko-Finanzierung des Vorhabens, das zudem mit 2,45 Millionen Euro aus der Gigabitförderung des Bundes finanziert wird.
„Zukunft baut auf Glasfaser – und dafür ziehen wir alle an einem Strang. Mit ihrer interkommunalen Zusammenarbeit zeigen Hirschhorn und Neckarsteinach, wie der Ausbau effizient und zielgerichtet vorankommt. Denn ein flächendeckendes Glasfasernetz ist die Grundlage für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land und Voraussetzung dafür, dass digitale Anwendungen von morgen überall genutzt werden können – im Alltag wie in der Wirtschaft“, sagte Digitalstaatssekretär Stefan Sauer. Die beiden Städte planen mit einem Eigenanteil von insgesamt 490.000 Euro. Den Antrag auf Gigabitförderung des Bundes hatten sie gemeinsam gestellt und eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zum Glasfaserausbau unter der Federführung Hirschhorns geschlossen.
Derzeit wird die Ausschreibung des Projektes vorbereitet, nach der die tatsächlichen Investitionsbedarfe feststehen werden. Wie das Ministerium bekräftigt, ist die Versorgung sämtlicher Ortsteile bis Juli 2029 das Ziel.
Durch die Förderung wird der Anschluss von 490 Haushalten und 40 Unternehmen in den Stadtteilen beider Städte mit Glasfaser ermöglicht. Diese Stadtteile wurden durch den aktuellen Ausbau der Glasfaserplus GmbH nicht berücksichtigt, da deren eigenwirtschaftlicher Ausbau für kein anderes Telekommunikationsunternehmen interessant ist. Hirschhorns Stadtteil Langenthal ist aufgrund der vorhandenen gigabitfähigen Versorgung durch Vodafone nicht förderfähig und daher nicht Bestandteil des Projektes.
Dagmar Cohrs, stellvertretende Geschäftsführerin und Leiterin der Standortentwicklung und Kommunalbetreuung bei der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB), hat die beiden Städte seit Ende 2024 zu Möglichkeiten des Gigabitausbaus und dem Gigabitförderprogramm des Bundes beraten sowie Gespräche mit Telekommunikationsunternehmen begleitet und das Förderprojekt mit auf den Weg gebracht.
Unterstützt wurde sie dabei auch durch die regionalen Breitbandberater Dennis Pucher und Berthold Passlack. Die WFB begleitet das Vorhaben auch weiterhin. Unterstützung für die Städte gab es zudem durch die Gigabitregion Frankfurt-Rhein-Main unter anderem bei der Beantragung von Fördermitteln sowie bei der Findung technischer und juristischer Beratungsleistungen zur Abwicklung des Förderprojektes.
Bereits vor rund zehn Jahren hatte die WFB auch die erste Stufe der Breitbandversorgung, den Fiber To The Curb (FTTC)-Ausbau, in beiden Städten inklusive der Beantragung entsprechender Fördermittel betreut. Damals wurde Glasfaserinfrastruktur bis zu Verteilern in den Straßen verlegt, nun folgt die Erschließung mit Glasfaser bis in die Gebäude (Fiber to the Building (FTTB)).
„Schnelles Internet ist entscheidend für moderne Arbeitsplätze und eine hohe Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger sowie für die wirtschaftliche Entwicklung, Wettbewerbsfähigkeit und eine starke Zukunft der gesamten Region“, kommentiert Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB). „Wir freuen uns sehr über die Förderung.“
Dagmar Cohrs fügt hinzu: „Glasfaser ist die leistungsfähigste Form der Datenübertragung und ermöglicht auch bei hoher Auslastung stabile, extrem schnelle und zukunftssichere Internetverbindungen mit Gigabit-Geschwindigkeit. Seit 2009 engagieren wir uns für einen flächendeckenden Glasfaserausbau in der Wirtschaftsregion Bergstraße.“

