24.03.2026

„Die energetische Sanierung von Gebäuden, insbesondere die Dämmung von Fassaden, wird häufig kritisch hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit und Umweltbilanz betrachtet“, weiß Petra Neundorf, Projektmanagerin der Energieagentur Bergstraße, ein Fachbereich der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB). Eine Untersuchung des Umweltbundesamts in Zusammenarbeit mit zwei Fraunhofer-Instituten liefert hierzu belastbare Daten.

Untersucht wurde die Außenwand eines typischen Einfamilienhauses aus den Baujahren 1958 bis 1968. Dabei wurden zwei Dämmvarianten betrachtet: eine Ausführung gemäß gesetzlichen Mindestanforderungen mit 12 Zentimetern EPS-Hartschaum sowie eine ambitionierte Variante mit 24 Zentimetern Dämmstärke, die sich am Passivhausstandard orientiert. Grundlage der Berechnungen sind die über einen Zeitraum von 20 Jahren auftretenden Wärmeverluste, umgerechnet in den entsprechenden Heizölverbrauch.

Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede: Während eine ungedämmte Außenwand pro Quadratmeter rund 158 Liter Heizöl verliert, reduziert sich dieser Wert bei einfacher Dämmung auf 34 Liter. Die stärkere Dämmung senkt den Verbrauch weiter auf etwa 20 Liter.

Auch aus ökologischer Perspektive erweist sich die Maßnahme als sinnvoll. Die zur Herstellung des Dämmmaterials eingesetzte Energie wird bei der stärkeren Dämmvariante bereits nach rund 1,7 Jahren durch Einsparungen ausgeglichen, bei der einfacheren Variante sogar nach etwa einem Jahr. Die Details der Untersuchungen hat das Umweltbundesamt hier zusammengefasst.

Die tatsächliche Höhe der Einsparungen hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem der bauliche Ausgangszustand, die Größe der Fassadenfläche, das gewählte Dämmmaterial und dessen Stärke sowie die Qualität der Ausführung. Auch die Einstellung und Effizienz der Heizungsanlage sowie die Entwicklung der Energiepreise spielen eine entscheidende Rolle.

Fachleute empfehlen, geplante Instandhaltungsmaßnahmen wie das Streichen oder Neuverputzen einer Fassade mit einer energetischen Sanierung zu kombinieren. Neben der Reduzierung des Energieverbrauchs kann dies den Wohnkomfort erhöhen und den Immobilienwert steigern. Zudem verlangsamt eine gedämmte Gebäudehülle im Falle eines Heizungsausfalls das Auskühlen des Gebäudes erheblich.

 „Zwar ist die Dämmung zunächst mit Investitionskosten verbunden, langfristig kann sie sich jedoch wirtschaftlich auszahlen. Staatliche Förderprogramme tragen zusätzlich dazu bei, die Amortisationszeit zu verkürzen. Eine individuelle Beratung hilft, die passende Dämmstrategie für das jeweilige Gebäude zu bestimmen“, informiert Neundorf.

Die Energieagentur Bergstraße berät die Bürgerinnen und Bürger des Kreises Bergstraße zu passenden Förderprogrammen. Zudem gibt sie mit ihren Fördertabellen für Bestandsgebäude und Neubauten auf ihrer Internetseite einen strukturierten Überblick, welche Programme für energieeffiziente Neubauten oder die energetische Sanierung bestehender Gebäude infrage kommen.

Lächelnde Frau mit dunklen Haaren, die mit verschränkten Armen vor heller Wand steht, trägt weiße Bluse mit feinen Streifen.

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