Wirtschaftsregion

EFFIZIENTE GEBÄUDE SICHERN UNABHÄNGIGKEIT VON STEIGENDEN ENERGIEPREISEN

Geringer Energiebedarf von energetisch sanierten Altbauten sowie energieeffizienten Neubauten macht Gebäude zukunftssicher/ Heizspiegel 2021 bietet Vergleich / Auch kleine Maßnahmen im Alltag helfen, den Energiebedarf zu senken

Effiziente Gebäude sichern Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen
Ein energieeffizienzes Gebäude spart Heizkosten und schützt das Klima. - © Pixabay

05.10.2021: Mit sinkenden Außentemperaturen nähert sich die kommende Heizperiode. Gleichzeitig steigen die Preise für Öl-, Gas- und Strom. Mit dem Wiederaufleben der Wirtschaft ist die Nachfrage nach diesen Energieträgern global deutlich angezogen, was zu einem regelrechten Preissprung geführt hat. Für Endkunden werden sich die Preissteigerungen in den kommenden Monaten bemerkbar machen – einige Energieversorgungsunternehmen haben bereits Preiserhöhungen angekündigt.

Viele unsanierte Bestandsgebäude benötigen noch deutlich mehr Heizwärme als vergleichbare energieeffiziente Gebäude. „Die Erfahrung aus unseren Beratungen zeigt, dass das Doppelte bis Dreifache, teils sogar Vier- bis Fünffache des Wärmebedarfs in unsanierten Bestandsgebäuden – im Vergleich zum heutigen Neubaustandard – weiterhin keine Seltenheit ist“, so Philipp Meister, Leiter der Energieagentur Bergstraße, ein Fachbereich der Wirtschaftsregion Bergstraße / Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB). Entsprechend liegen die Heizkosten und CO2-Emmisionen in diesen Gebäuden um die gleichen Faktoren höher.

Gegen perspektivisch steigende Heizkosten und mit Blick auf den Klimaschutz gibt es nur eine nachhaltige Lösung: Die Wärme muss in der Heizperiode durch eine energieeffiziente Gebäudehülle möglichst lange in den Gebäuden gehalten und der Wärmebedarf absolut minimiert werden. Zudem steigen der Wohnkomfort und der Wert des Gebäudes direkt nach der Umsetzung von Dämmmaßnahmen.

Die Sanierungsrate im Gebäudebestand hat zwar in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen, was sich im Kreis Bergstraße unter anderem durch einen deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Energieberatungen der Energieagentur bemerkbar macht. Sie bewegt sich allerdings weiterhin auf einem zu niedrigen Niveau. Der Gebäudesektor hat im Jahr 2020 als einziger Sektor die Einsparziele der Bundesregierung verfehlt. Gerade bei unsanierten Wohngebäuden, die vor 1980 erbaut wurden, lohnen sich Dämmmaßnahmen besonders bzw. nachhaltiger, als die Investition in eine neue Heizungsanlage – dies zeigt beispielsweise eine Untersuchung der Stiftung Warentest hier.

Energetische Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden werden aktuell so gut gefördert wie noch nie – die in diesem Jahr gestartete Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bietet umfangreiche Fördermöglichkeiten (Zuschüsse / Kredite + Tilgungszuschüsse) für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden – über Einzelmaßnahmen oder in einem Rutsch, über eine Vollsanierung auf einen Effizienzhausstandard. Das Land Hessen erhöht die Förderquoten der BEG, bei Gebäuden mit maximal zwei Wohneinheiten, bei einer Vollsanierung (ab Effizienzhaus-Standard 85) zusätzlich über ein Sonderprogramm. Auch für besonders energieeffiziente Neubauten bietet die BEG entsprechende Förderprogramme.

Um seinen eigenen Heizverbrauch einzuordnen und zu bewerten, bietet der diesjährige Heizspiegel 2021 einen einfachen und schnellen Einstieg. Für diesen wurden über 120 000 Datensätzen aus rund 30 Millionen zentralbeheizten Haushalten in ganz Deutschland ausgewertet. Er wurde durch das Bundesumweltministerium geförderten und kürzlich veröffentlicht. Der diesjährige Heizspiegel verdeutlicht noch einmal, dass es im Gebäudebestand noch viel ungenutztes Einsparpotenzial bei Heizverbräuchen und -kosten gibt.

Weiter zeigt der Heizspiegelt auf, dass auch kleine Sparmaßnahmen im Alltag, wie etwa energiesparendes Lüften oder moderne Thermostate bereits einen Beitrag leisten um den Energiebedarf zu verringern, die Kosten zu senken und klimaschädliche CO2-Emissionen zu vermeiden.

Info: Wer sein Haus energetisch sanieren möchte, kann sich vom Team der Energieagentur Bergstraße kostenlos und herstellerneutral Rat einholen. Beantwortet werden nicht nur Fragen zu Fördermöglichkeiten, sondern auch zu Technik und Bauphysik. Vom passenden Heizsystem für Gebäude über Solarenergie bis zur Wärmedämmung erhalten Bürgerinnen und Bürger des Kreises Bergstraße fachkundige Informationen. Zur telefonischen Terminvereinbarung ist die Energieagentur von Montag bis Donnerstag von 9:00 bis 13:00 Uhr unter der Rufnummer 06252 68929-88 zu erreichen – alternativ über unser Online-Buchungstool, welches Sie hier finden.

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