Wirtschaftsregion

ROADSHOW „IHR WEG ZUR DIGITALISIERUNG“ IN BENSHEIM

Abschlussveranstaltung der Reihe der Wirtschaftsförderung Bergstraße für die Unternehmen in der Wirtschaftsregion Bergstraße am vergangenen Dienstag bei der Sanner GmbH 

Roadshow „Ihr Weg zur Digitalisierung“ in Bensheim
Über das Thema Digitalisierung informierten (v.l.): Timo Weber, Landesbank Hessen-Thüringen, Karsten Ernst, Head of IT bei der Sanner GmbH, Dr. Eric Tjarks, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Bensheim, Dirk Mähr, Geschäftsführer der Sanner GmbH, sowie Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Bergstraße / Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB). - © WFB

05.11.2019: „Digitalisierung unterstützt die Unternehmen im operativen Geschäft, gestaltet ihre Prozesse effizienter und hält sie wettbewerbsfähig. Wir wollen die Betriebe in der Wirtschaftsregion Bergstraße für Digitalisierung begeistern“, so Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Bergstraße / Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB). Mit der Veranstaltungsreihe „Roadshow ‚Ihr Weg zur Digitalisierung‘“ hat die WFB die Unternehmen in insgesamt drei Veranstaltungen - im Ried, im Odenwald und nun zum Abschluss an der Bergstraße - für diesen Prozess sensibilisiert und vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten bei der Transformation aufgezeigt.

Am vergangenen Dienstag fand die letzte der drei Veranstaltungen statt. Gastgeber war die Sanner GmbH, ein führender globaler Hersteller von Kunststoffverpackungen und -komponenten für Pharmaunternehmen, Medizintechnikunternehmen und die Healthcare-Industrie. Zu den Hauptproduktgruppen zählen Pharmaverpackungen für Tabletten, Teststreifen, Brausetabletten, Augenpflegeprodukte sowie kundenindividuelle Verpackungen und Komponenten wie Inhalatoren, Spritzenkomponenten oder diagnostische Produkte. 63 Gäste waren zur Veranstaltung nach Bensheim gekommen.

Dirk Mähr, Geschäftsführer der Sanner GmbH, eröffnete den Abend. Er erläuterte, dass das Unternehmen neben dem Hauptsitz in Bensheim über Produktions- und Vertriebsstandorte in China, Frankreich, Ungarn, den USA, Indonesien und Indien verfüge und in diesem Jahr seinen Umsatz auf rund 85 Millionen Euro steigern werde. Weltweit werden 2,7 Milliarden Teile im Jahr hergestellt. „Digitale Lösungen sind für uns lebenswichtig und gerade für die Rückverfolgbarkeit unverzichtbar“, verdeutlichte Mähr.

„Wir freuen uns, dass wir die Unternehmer in der Wirtschaftsregion Bergstraße beim Thema Digitalisierung begleiten dürfen“, betonte Dr. Eric Tjarks, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Bensheim. Wie Dr. Tjarks erläuterte, hat die Sparkasse Bensheim für die Unternehmer in der Region vielseitige Angebote in petto und fördert diese auch bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten.

Karsten Ernst, Head of IT bei der Sanner GmbH, erklärte, wie Produktion und Qualitätsmanagement mit Hilfe eines digitalen Manufacturing Execution Systems (MES) optimiert werden können. Er informierte, dass SANNER bereits 2006 mit der Einführung des Systems einen großen Schritt in Richtung „smart factory“ getan habe. 2019 wurde nochmals maßgeblich darin investiert. „Mit MES werden die Qualitäts- und Produktionsmanagement-Prozesse in den Bereichen Produktionssteuerung, Maschinenintegration und Reporting überwacht und gesteuert“, so der IT-Experte. Während der gesamten Fertigung würden Kontrollmessungen vorgenommen, sämtliche Qualitäts- und Prüfdaten visualisiert und überwacht sowie Prüfdaten entlang der gesamten Wertschöpfungskette durchgängig erfasst. So könnten Maschinen maximal ausgelastet und Aufträge aufeinander abgestimmt werden. Das Ergebnis: konsistente und aktuelle Kennzahlen aus der Produktion und dem Qualitätsmanagement sowie eine merkliche Erhöhung von Produktion und Wirtschaftlichkeit. Und auch in Zukunft wolle die Sanner GmbH in Digitalisierung investieren: So strebe man beispielsweise die Einführung von automatisierten Fördersystemen, mobilen Instandhaltungsprozessen und einem digitalen Prozessdatenmanagement an. „Digitalisierung ist nicht ein Zielzustand, sondern ein kontinuierlicher Weg“, so das Fazit des Referenten.

„Digitalisierung verändert unser Leben rasant – und zwar exponentiell“, hob Timo Weber, Landesbank Hessen-Thüringen, hervor. Wer heute nicht in digitale Projekte investiere, werde künftig Probleme mit zu hohen Prozess- und Produktionskosten haben. Aus diesem Grund müsse man sich rasch und umfassend mit dem Thema auseinandersetzen, schrieb er den Unternehmern ins Stammbuch. „Es stellt sich den Betrieben nicht die Frage, ob man sich mit Digitalisierung beschäftigt, sondern wie“, sagte er. Für die Unternehmer gebe es zinsgünstige Förderdarlehen zur Finanzierung von Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben. Aus der Fülle der Möglichkeiten ging er besonders auf den ERP Digitalisierungs- und Innovationskredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für etablierte sowie junge Unternehmen in Gründung und Freiberufler ein. Gefördert werde der Finanzierungsbedarf von Betriebsmitteln und Investitionen im Zusammenhang mit einem Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben, erklärte Weber. Eingesetzt werden können die Mittel zum Beispiel fürApps, digitale Plattformen und digitale Vertriebskanäle.

„Jedes Unternehmen muss sich mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzen und sollte die digitale Transformation aktiv angehen, da ansonsten Risiken entstehen und Chancen nicht genutzt werden können", so Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der WFB, der die Schlussworte übernahm. Er ging auf die Angebote des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Darmstadt ein, da der ursprünglich vorgesehene Vertreter, Tobias Meudt, krankheitsbedingt kurzfristig absagen musste. Wie die Gäste erfuhren, ist die Einrichtung ein Kooperationspartner der WFB. „Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum berät und unterstützt die Unternehmen in vielerlei Hinsicht - und das kostenlos. Gemeinsam mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum wollen wir Sie für Digitalisierung begeistern. Sprechen Sie uns an!"

Nach den Schlussworten des WFB-Geschäftsführers nutzten die Gäste die Veranstaltung, um bei Snacks und Getränken die Impulse in persönlichen Gesprächen bis in den späten Abend hinein zu vertiefen.

Info: Wissenswertes über die Sanner GmbH gibt es unter hier. Informationen über die Serviceleistungen der WFB finden Sie hier. Besuchen Sie uns auch auf Facebook und Twitter!

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